Donnerstag, 10. Februar 2011

8. Kapitel von Valeria und Luzia

„Guten Morgen liebe Stadt Luzern, es ist halb 9 und die Sonne scheint!“, sprach die Stimme des Moderators von Radio-Pilatus. Tamara hatte verschlafen. Sie stürzte sich aus ihrem Bett, duschte nur zehn Minuten, doch für ein Frühstück hatte sie keine Zeit mehr. Vergeblich suchte Vonmoos ihren Autoschlüssel. Wo war er nur? Sie fand ihn nirgends.                                                                                                                             Wieder einmal musste Tamara ein Taxi bestellen. Mürrisch stieg sie ein, wobei sie mit ihrem Mantel an der Autotüre  hängen blieb. Verärgert warf sie dem schuldlosen Taxifahrer einen bösen Blick zu. Als das Taxi von der Seebrücke rechts in Richtung der Bahnhofstrasse fuhr, verlor Tamara die Nerven und ärgerte sich lauthals über den Stau, der sich dort bildete. Der Fahrer war nun sichtlich genervt von ihr und sein Gesicht zeigte sich erleichtert, als Tamara ihm plötzlich das Geld in die Hand drückte und blitzschnell aus dem Auto stieg. Ihr war egal, dass sie dem Fahrer viel zu viel Trinkgeld spendierte, denn ihre Aufmerksamkeit galt nur noch dem Polizeiwagen, der vor ihr in den Floraweg einbog. Knapp sah sie noch, wie Volker und Blum aus dem Dienstwagen stiegen und zu Herr Fries eilten, der schon ungeduldig auf die zwei zu warten schien. Mit schlechtem Gewissen trat auch Tamara zu den drei  Arbeitskollegen.
 „Unser Fräulein Vonmoos hat doch prompt verschlafen“, spottete Simon. „Hör doch auf Simon“, fällt Volker ihm ins Wort, „es ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine Spässchen“. Geschockt fragte Tamara nach, ob das Opfer wieder hübsch, blond und schlank war. Doch die Frage konnte weder von Simon noch von den zwei anderen beantwortet werden, denn das Opfer war mit einem weissen Pulver übersäht, das zwar ihre weibliche und schlanke Figur zeigte, aber ihre Haarfarbe nicht erkennen liess. Ausserdem hatte das Opfer auf ihrer Brust einen Sack. War der wirklich in ihre Haut eingeritzt oder bildete sich das Tamara nur ein?
Zurück im Revier und noch ziemlich aufgewühlt, ass Vonmoos trotzdem ihren Salat zu Mittag. Der Gedanke, warum immer hübsche, junge und blonde Frauen die Opfer sein müssen, liess sie nicht mehr los!
„Tamara, Tamaraaa“? , riss Simon sie aus den Gedanken, „na wie war eigentlich gestern dein Abend, mit wem warst du unterwegs“, fragte er neugierig weiter. Nicht ganz frech gab die Detektivin ihm zurück, dass die Verabredung in einem Restaurant stattgefunden hatte und dass es ein sehr netter Gesprächsabend mit ihm gewesen war.

1 Kommentar:

  1. Der Text ist sehr gut gelungen! Super finde ich auch das Witzige und "Tollpatschige" im Umgang mit Tamara, das heitert die Situation noch etwas auf...

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