
Patricia Highsmith
Die Autorin unseres Romans „Der talentierte Mr. Ripley“, Patricia Highsmith, wurde 1921 in Texas geboren. Nach einer nicht ganz einfachen Kindheit studierte sie, machte den College-Abschluss und verdiente danach mit verschiedenen Jobs etwas Geld. Ihr Talent zum Schreiben hatte sich bei ihr schon in der Schulzeit gezeigt und so bekam sie 1943 eine Stelle als Comic-Texterin. Ihr erster grosser Roman erschien 1950 mit dem Titel „Strangers on a Train“. Die Verfilmung durch Alfred Hitchcock folgte für 6800 US-Dollar 1951. So wurde sie weltberühmt. Mit ihrem Pseudonym Claire Morgan schrieb sie den Roman „The Price of Salt“, der durch eine Begegnung mit einer Kundin aus der früheren Zeit entstanden war. Deshalb auch die Handlung der Geschichte- die lesbische Liebe. Ihre Autorschaft bekannte sie erst 1984 öffentlich. Zu gross war ihre Angst gewesen, als Autorin von lesbischen Geschichten abgestempelt zu werden.
Nach dem grossen Durchbruch mit ihrem ersten Roman „Strangers on a Train“, deutsch „Zwei Fremde im Zug“ lebte Patricia vorwiegend in Europa: Italien, Grossbritannien, Frankreich. 1981 dann liess sie sich im Tessin nieder, lebte dort als eine zurückhaltende, misanthropische Frau und starb dort 1995 an einem langen, schweren Krebsleiden.
Unser Roman „Der talentierte Mr. Ripley“ ist das erste von fünf Büchern mit der Hauptfigur Tom Ripley. Es erzählt von ihm als 25-Jährigen, der laufend mit illegalen Geschäften Geld reinholt. Ein Gespräch mit Herbert Greenleaf ändert die Situation jedoch brisant: Tom fährt von den USA nach Italien. Seine Aufgabe: Den Sohn der Greenleafs, Richard, wieder nach Amerika holen. Dieser nämlich weigert sich strikte. Kosten und Logis werden vom steinreichen Vater seines ehemaligen Schulfreundes übernommen. Doch die Dinge überschlagen sich mehrere Male…
Wichtige Personen
Die wichtigsten Personen im Buch sind natürlich Tom, sein Freund Richard, dessen Eltern Herbert und Emily Greenleaf, Marge Sherwood und Freddie Miles. Richard, auch Dickie genannt, ist ein alter Freund von Tom mit einem eingebildeten und kühlen Charakter. Er hält nichts von längeren Beziehungen und lässt ihm besser bekannte Leute nach einigen Monaten wie heisse Kartoffeln fallen. Sein Vater ist das pure Gegenteil- er geht immer korrekt und geradlinig durchs Leben. Wirkt sehr sympathisch und freundlich, muss aber immer alles unter Kontrolle haben. Seine Frau Emily hängt sehr an ihrem Sohn und möchte ihn unbedingt wieder bei sich haben, weil ihr Ende nicht mehr weit ist. Dass sich die Zeiten aber geändert haben, sieht sie nicht ein. Marge Sherwood ist eine gute Kollegin von Dickie, die zu gerne mehr für ihn sein würde. Als Tom dann plötzlich auftaucht, fühlt sie sich hintergangen und abgeschoben. Als Dickie dann plötzlich untertaucht, versteht sie die Welt nicht mehr. Das ist auch bei Freddie Miles der Fall. Er kennt Dickie schon länger und muss für alles immer eine Erklärung bereit haben. Würde am liebsten der Herrscher der Welt werden, nur damit er auch alles mitverfolgen kann.
Wir persönlich finden das Buch sehr gut. Die Spannung und die Ereignisse sind in einem guten Verhältnis zum Rest eingesetzt und Tom Ripley scheint als realer Mensch wie tatsächlich zu leben. Man könnte ihn fast selber sein. Einige Nachteile sind die Erwähnungen vieler italienischer Ortsnamen. Diese verwirren etwas. Im Buch sind viele abschweifenden Gedanken geschrieben, von denen einige nicht ins Gesamtbild passen und total fehl am Platz sind.

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