Donnerstag, 3. Februar 2011

7. Kapitel (von Emanuel und Candid)


Nach etlichen Recherchen am Tatort beschloss Blum, sich abermals zum Archiv zu begeben. Ihm schwirrten tausende von Gedanken durch den Kopf, als er mit seinem VW Golf durch die Strassen donnerte. Schirm? Uhr? Was soll das ganze Theater? Nach zehnminütiger Fahrt traf er im Archiv ein. Beim Aussteigen schlug er versehentlich die Autotüre an einen BMW und verabreichte ihm somit einen ungefähr zwei Zentimeter langen Kratzer. Simon wäre sicher gottlos ausgerastet, wären seine Gedanken nicht bei den jungen Frauen gewesen, die schuldlos und auf höchst makabere Weise ihren Tod finden mussten. Er schenkte seinem Missgeschick wenig Beachtung und eilte zum Eingang. Freundlich wurde er von der Sekretärin begrüsst, was ihm jedoch kein Lächeln auf sein Gesicht zaubern konnte. Ohne sich umzudrehen, ging er geradeaus weiter in die Bibliothek. Simon suchte, doch er hatte keine Ahnung wonach. Als er sich im Raum umsah, bemerkte er im hinteren Teil Tamara, wie sie auf einer Leiter in der oberen Ablage eines Gestells stöberte. Als er sie von hinten betrachtete, wurde er nervös. Die perfekt geformte Taille, der wunderschöne Po, die langen straffen Beine und die strahlend goldenen Haare der bildhübschen Tamara prägten sich tief in sein Gedächtnis ein. Stundenlang hätte er sie betrachten können, doch fehlte ihm dazu leider die Zeit. Simon wollte sich bemerkbar machen, indem er ihr ein lässiges „Alles klar dort oben?“ zurief.
„Ich habe keinen blassen Schimmer, was es mit diesem Rätsel auf sich hat“, erwiderte Tamara hoffnungslos. „Erst die Uhr und dann dieser Schirm - wir haben es wohl mit einem Serienkiller zutun, der nicht bloss aus Spass mordet.“  
Blum hörte ihr gespannt zu, doch als er sie ansah, beunruhige ihn etwas. Schnell verflogen seine Befürchtungen, als Tamara zu gehen beschloss. Denn er wollte sie etwas fragen, das er schon zu lange vor sich hingeschoben hatte. „Hätten Sie Lust, heute Abend mit mir Essen zu gehen?“, fragte er sie. Doch leider schüttelte sie nur den Kopf. Sie sei bereits verabredet, stotterte sie noch. Sie verabschiedete sich und verliess den Saal. Enttäuscht schlenderte Blum zu seinem Auto, griff zu einer Vodka-Flasche und nahm einen tiefen Schluck. Das Konsumieren einer Droge gab ihm das Gefühl, alle Probleme vergessen zu können, an nichts mehr denken zu müssen. Dann sah er auf der anderen Strassenseite, wie Tamara in einen schwarzen Mercedes stieg.

2 Kommentare:

  1. Ich finde es sehr gut wie ihr geschrieben habt!!
    Vorallem kommen bei den Fragestellungen die eigenschaften eines Kriminalromans sehr zum vorschein.

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  2. Der Text ist wirklich sehr gut geschrieben, in einer tollen Sprache verfasst. Auch das erste Date von Tamara mit dem Mörder wurde gut eingefädelt und den schwarzen Mercedes ersetzt ihr ja noch.

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