Sonntag, 19. Dezember 2010

2. Kapitel

Simon Blum bestellte einen Espresso und blätterte gleichzeitig in der Neuen Luzerner Zeitung. Die meisten Artikel berichteten über Missstände und Wohltaten der Politik, von Friedenspreisverleihungen bis zu einer Babyentführung die seine Kollegen der Kripo gestern Abend aufgedeckt hatten.

Die Bedienung trat mit dem bestellten Getränk an seinen Tisch, ein süsses Lächeln umspielte ihre Lippen. Gerade wollte er ihr ein charmantes Kompliment machen, als sein Handy klingelte. Paul Volker, der Kommandant der hiesigen Polizei, meldete sich mit seiner gewohnt eindringlichen Stimme. „Blum, heute Morgen wurde eine Leiche gefunden, und rate wo?!“ Er war nun seit zehn Jahren Vorgesetzter von Simon und genau so lange nervte er ihn auch schon mit diesen Ratespielen. Woher er das wissen solle, fragte Blum und schlürfte von seinem Espresso. Die Bedienung stand noch immer neben ihm.

„Ein Schulkind hat sie in der Nähe des Christbaummarktes entdeckt.“ Er wäre in einer halben Stunde dort, brummte Blum und legte auf. Er kippte den Rest des Kaffees hinunter und zwinkerte der Bedienung zu.


Schon von weitem erkannte er Färber, der gerade daran war die letzten Spuren am Tatort zu sichern und zwei Beamte anwies, die Leiche auf eine Trage zu legen.

Simon schaute zu, bis sein Kollege mit der Arbeit fertig war und sich ihm zuwandte. „So mein Freund, Volker sagte mir, dass du um zehn Uhr hier sein würdest, doch so eine Pünktlichkeit hätte ich von dir nicht erwartet!“, Färber reichte ihm die Hand.

„Danke, ich hoffe, du weisst es zu schätzen“, erwiderte Simon. „Was wissen wir denn schon über die Leiche und den Mord?“ „Nun“, begann der Spurensicherer; doch da fuhr ein Taxi vor und Tamara Vonmoos stieg aus. Sie reichte dem Fahrer das Fahrgeld, der rollte mit dem Wagen rückwärts die Gasse hinunter und verschwand. Als sie Simon erblickte, meinte dieser einen verwirrten Ausdruck auf ihrem Gesicht zu erkennen. Der aber wich schnell wieder ihrem gewohnt perfekten Lächeln. Nach einer kurzen Begrüssung fragte Simon noch mal nach den Spuren, die bisher gefunden worden waren.

„Nun denn, die Leiche ist weiblich, aber das wisst ihr wohl schon?“, begann der Spurensicherer noch mal, die beiden anderen nickten. „Sie ist zwischen zwanzig und dreissig Jahren alt und trägt - oder besser gesagt trug - einen gravierten Ring.“ Färber reichte den Kommissaren ein Säckchen, in dem der silberne Ring war. ,Patricia Brunner‘ und ein Herz waren darauf eingraviert. „ Anhand von diesem sollte es leicht sein, herauszufinden, wer sie ist. Ich habe schon auf dem Kommissariat angerufen und jemanden damit beauftragt, ihre Adresse und Angehörige ausfindig zu machen.“

„Wie lange ist die Frau denn schon tot?“, fragte Tamara und versuchte offensichtlich die zwei Männer nicht zu beachten, die recht unbeholfen versuchten die Leiche aufzubahren.

„Ich denke, seit weniger als zehn Stunden. Es sieht ganz danach aus, als ob sie erdrosselt wurde.“ Färber machte eine kurze Pause. „Und noch etwas: Auf ihrer Brust ist ein Zeichen eingeritzt. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte eine Uhr sein.“

2 Kommentare:

  1. Vielen Dank an Ramona, dass sie das zweite Kapitel übernommen hat!
    Es hat zwei kleine Kommafehler im Text, ansonsten finde ich ihn wirklich sehr gut! Kompliment.

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  2. Liebe Ramona auch ich möchte Dir danken für den sehr gelungenen Text!
    Ich glaube, dass wir nun mit diesem Zeichen auf der Brust der Leiche auf dem richtigen Weg sind uns an die nächsten Türme ranzutasten!

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